Lovely Creatures

In der Begegnung mit dem Tier befragen wir uns selbst: Was macht den Mensch zum Menschen, was unterscheidet uns von unseren Mitgeschöpfen? Die Beziehung zum Tier ist ambivalent, das Verhältnis wird bestimmt durch Widersprüche. In der Ausstellung Lovely Creatures. Tiere, Monster, Menschen in der Kunst nähern sich die Künstler*innen auf sehr unterschiedliche Art und Weise dem Thema Tier und wir.

Tiere waren zu allen Zeiten ein zentrales Thema in der Kunst: Schon in der Jungsteinzeit haben Vorfahren des heutigen Menschen Bilder von Tieren an Höhlenwände gezeichnet.

Tiere verkörpern die wilde Natur, können aber auch gezähmt und gar verhätschelt werden. Es gibt Nutztiere und Kuscheltiere, sie werden geliebt und gegessen. In vielen Kunstwerken fungieren Tiere als politische, religiöse oder mythische Symbole. Sie dienen als Stellvertreter für unser menschliches Verhalten. Im Film, in der Literatur und in der Bildenden Kunst treten sie als eigenständige Protagonisten auf.  

Und viele glauben in ihren Haustieren Seelenverwandte gefunden zu haben: Sie dienen häufig als Ersatz für menschliche Lebensgefährt*innen. Tiere sind Teil unseres Alltags und Projektionsfläche zugleich. Und dann gibt es da noch die Monster, Fabelwesen und Hybride: Sie sind Ausdruck unserer Ängste und verborgenen Seiten.

Die Ausstellung Lovely Creatures beleuchtet die unterschiedlichen Aspekte des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts anhand von rund 60 Kunstwerken aller Gattungen. Die Arbeiten der Sammlung Ludwig werden kontrastiert, kommentiert und bereichert in der Gegenüberstellung mit Werken junger zeitgenössischer Künstler*innen.

Die Werke werden eingeteilt in fünf Themenbereiche, wobei viele Arbeiten nicht einfach nur einem Topos zugeordnet werden können. Es gibt Überschneidungen, Besonderheiten und Mehrdeutigkeiten innerhalb der Kunstwerke und aufregende Analogien zwischen verschiedenen Arbeiten.

Ausstellungsansicht / Foto: Simon Vogel