Ai Weiwei

*1957 in Peking, China

Ai Weiwei, Fell 5, 1991, Kuhfell mit Holzrahmen (lackiert), 30 x 62 cm, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung © Ai Weiwei / Foto: Simon Vogel & Ai Weiwei, Fell 1, 1991, Kuhfell mit Holzrahmen (lackiert), 29 x 45 cm, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung © Ai Weiwei / Foto: Simon Vogel

Mit dadaistischem Gespür für Parodie hat Ai Weiwei, heute eine der bekanntesten Künstlerpersönlichkeiten weltweit, eine im wahrsten Sinn des Wortes naturnahe Landschaftsdarstellung geschaffen, indem er Kuhfell aufspannte, dessen Musterung Assoziationen an Hügellandschaften oder Erdformationen hervorruft. Die beiden Objekte Fell 1 und Fell 5 sind 1991 in New York entstanden, wo Ai ab 1983 zehn Jahre lang lebte. Dort ließ er die Malerei hinter sich, fand über Marcel Duchamp und das Ready Made, die Pop Art und die Konzeptkunst zu seiner unverwechselbaren künstlerischen Ausdrucksform. Man mag die beiden Werke als Verbeugung vor dem, seinerzeit in China kostbaren Werkstoff Leder oder auch als Hommage an das „Cattle Country“ USA lesen. Gleichzeitig scheint darin die Landschaft seiner Kindheit auf, die er in der Wüste Gobi im Nordwesten Chinas verbrachte, wo die Familie in der Verbannung lebte.

MG